Seit nun drei Monaten wohne ich in der Stadt, in dem Bundesland gar, wo ich nie hinwollte... Wie kam es dazu, was trieb einen ironisch-überzeugten Hessen in das Exil. Lesen Sie die wahre schockierende Story hier, werden sie Zeuge dieses modernen Dramas:
Es begab sich eines morgens im Winter 2011 im beschaulichen Marburg. Die Nebelschwaden zogen durch das Lahntal, umhüllten noch sacht das Schloss und die Elisabethkirche. In just dieser Szenerie stand Bene verschlafen an seinem Fenster im Affenfelsen. Blick gerichtet in die Gärten des Südviertels direkt auf die Mülltonnen - ein kleiner Hint des Schicksals? Und ein Gedanke, ein Gefühl erstach ihn aus dem Hinterhalt: Shit, jetzt hab ich Indogermanistik studiert, bin fast fertig und mein Plan geht nicht auf. Scheiße....nix Promotion, nix Unikarriere. Das geht mir alles auf die nerven, irgendwie langweilt mich das alles. Is zwar spannend, aber aber aber....will ich das alles noch? Irgendwie nein. Ich will hier nicht noch 4 Jahre hängen. So tun als wäre die historische Sprachwissenschaft mein einziger Lebensinhalt, als wäre diese Stadt das Zentrum der Welt, als als als hätte ich mich nicht weiterentwickelt...Shit. der Plan, mein jugendlicher nerdy-esker Plan ein berühmter Sprachwissenschaftler zu werden, tja, das passt nicht mehr zu mir. Panik. PANIK...Was tun? Masterarbeit steht an. Promotion danach? Ähm nein. Gerade eher nicht. Erstmal gucken was da noch so ist. Warum nicht ne andere Stadt. Ne große Stadt gar. Kann ich das? Klar, warum nicht?! Aber was kann ich schon mit meinem Orchideenfach anfangen? Ich mach dann mal was mit Medien.....das ist doch der Trend, oder? Keine Einwände aus den hinteren Reihen meines Kopfes? Nein? Gut! Die Stimme in meinem Kopf suggeriert mir, dass das die Idee schlechthin ist. MEDIEN. Da ist noch keiner drauf gekommen....aber Moment. Medien, das ist Buch, Film Zeitschrift....hmpf. Das will jeder, hab ich in der NEON gelesen, glaub ich. Und ich jetzt auch noch....naja, the more the merrier, wa! All diese Gedanken schossen Bene in Sekundenbruchteilen durch seinen Kopf, während er seine Tasse Kaffee hielt und im Hintergrund bei "Rote Rosen" in der ARD die wirklichen Probleme dieser Welt gewälzt wurden. Im Notfall eröffnete er auch einfach einen Blumenladen wo immer nur Kaffee getrunken würde. Das könnte er. Rosen drapieren und über die neusten Intrigen sinnieren....EASY! Lüneburg soll ja auch nett sein.
Am Nachmittag. Büro in der Uni. Forschung. Texte wälzen und auswerten. Keinen Plan. "An sich ja spannend das alles. Aber warum ich? Ich brauch nen Ghostwriter. Ich les meine Masterarbeit dann am ende bestimmt interessiert. Aber muss ich das mach? Ja, echt? Wirklich ich....och menno. ok. hmpf.....erstmal Kaffee trinken, mit Johanna jammern und dann googlen was noch geht. Bücher, ja Verlag, das könnte es, nein das solls sein. Das war immer dier "interlektuelle" Notfallplan. Aber wo? Wissenschaftsverlag, klar. Das kann ich....auf Schlau tun, dat läuft. Und welcher Bereich? Lektorat, is doch logisch. Alles andere kann ich ja nicht. Marketing, oder so....um Gottes Willen....hab ich BWL studiert. Pfui. Now then, it's settled. Ich werde Lektor. Na also. So Schwer ist das doch gar nicht. Neuer Plan, neues Glück. Jetzt werden erst mal die Bewerbungsunterlagen gepimpt. Alles rein, was toll, vielseitig und schlau ist. Hui, ganz schön viel...Respekt Monsieur B., wir haben da aber schon so einiges gemacht. Die Personaler werden vor uns auf die Knie gehen."..........BÄÄÄM: Entschuldigung, Denkpolizei. Sie haben da gerade einen groben Fehler begangen. Bewerbungen in den Medien, noch im Verlagswesen gar und auch noch auf ein Praktikum. Wie süß....da wartet keiner.....KEINER. Nach Milliarden Bewerbungen und Jahrtausenden Wartezeit und einem Ego das in 'ne Streichholzschachtel passt, Zack, eine Email in Benes Postfach...."Vielen Dank für ihre Bewerbung, aber leider müssen wir Ihnen...." liest Bene schon vor seinem inneren Auge, doch Nein, "...ihre Bewerbung, leider können wir ihnen kein Praktikum im Lektorat Anbieten. Wenn sie allerdings ebenfalls an dem Bereich Rechte und Lizenzen Interesse haben sollten, könnten wir Ihnen ein 6 monatiges Praktikum anbieten." WHAT....Rechte und Lizenzen....Kann die gute Frau nicht Lesen? Das kann ich doch gar nicht. Hab ich Jura studiert.....neee, lass mal....Next one...mal googlen...langweilig, langweilig....Rechte....langweilig, langweilig....Lizenzen....langweilig....hmmmm Rechte und Lizenzen....hmmm....vielleicht...also, mal gaaanz hypothetisch....kann ich ja nun noch so gar nicht....denkdenkdenk....könnte ich halt auch viel lernen....hmmm....vielleicht doch? Is aber in Göttingen....Göttingen....Niedersachsen....oha....Kassel is schon so komisch....aber...is schon auch mal ne andere Stadt....Ach komm....open yourself, free your mind....Berwerbungsgespräch geht schonmal. Und dann sehen wir mal weiter. Da kommt bestimmt noch das total coole und hippe Angebot aus Berlin oder so....und dann ist Göttingen eh raus....."
Die Karmapolizei hatte da offensichtlich anderes vor....
Es begab sich eines morgens im Winter 2011 im beschaulichen Marburg. Die Nebelschwaden zogen durch das Lahntal, umhüllten noch sacht das Schloss und die Elisabethkirche. In just dieser Szenerie stand Bene verschlafen an seinem Fenster im Affenfelsen. Blick gerichtet in die Gärten des Südviertels direkt auf die Mülltonnen - ein kleiner Hint des Schicksals? Und ein Gedanke, ein Gefühl erstach ihn aus dem Hinterhalt: Shit, jetzt hab ich Indogermanistik studiert, bin fast fertig und mein Plan geht nicht auf. Scheiße....nix Promotion, nix Unikarriere. Das geht mir alles auf die nerven, irgendwie langweilt mich das alles. Is zwar spannend, aber aber aber....will ich das alles noch? Irgendwie nein. Ich will hier nicht noch 4 Jahre hängen. So tun als wäre die historische Sprachwissenschaft mein einziger Lebensinhalt, als wäre diese Stadt das Zentrum der Welt, als als als hätte ich mich nicht weiterentwickelt...Shit. der Plan, mein jugendlicher nerdy-esker Plan ein berühmter Sprachwissenschaftler zu werden, tja, das passt nicht mehr zu mir. Panik. PANIK...Was tun? Masterarbeit steht an. Promotion danach? Ähm nein. Gerade eher nicht. Erstmal gucken was da noch so ist. Warum nicht ne andere Stadt. Ne große Stadt gar. Kann ich das? Klar, warum nicht?! Aber was kann ich schon mit meinem Orchideenfach anfangen? Ich mach dann mal was mit Medien.....das ist doch der Trend, oder? Keine Einwände aus den hinteren Reihen meines Kopfes? Nein? Gut! Die Stimme in meinem Kopf suggeriert mir, dass das die Idee schlechthin ist. MEDIEN. Da ist noch keiner drauf gekommen....aber Moment. Medien, das ist Buch, Film Zeitschrift....hmpf. Das will jeder, hab ich in der NEON gelesen, glaub ich. Und ich jetzt auch noch....naja, the more the merrier, wa! All diese Gedanken schossen Bene in Sekundenbruchteilen durch seinen Kopf, während er seine Tasse Kaffee hielt und im Hintergrund bei "Rote Rosen" in der ARD die wirklichen Probleme dieser Welt gewälzt wurden. Im Notfall eröffnete er auch einfach einen Blumenladen wo immer nur Kaffee getrunken würde. Das könnte er. Rosen drapieren und über die neusten Intrigen sinnieren....EASY! Lüneburg soll ja auch nett sein.
Am Nachmittag. Büro in der Uni. Forschung. Texte wälzen und auswerten. Keinen Plan. "An sich ja spannend das alles. Aber warum ich? Ich brauch nen Ghostwriter. Ich les meine Masterarbeit dann am ende bestimmt interessiert. Aber muss ich das mach? Ja, echt? Wirklich ich....och menno. ok. hmpf.....erstmal Kaffee trinken, mit Johanna jammern und dann googlen was noch geht. Bücher, ja Verlag, das könnte es, nein das solls sein. Das war immer dier "interlektuelle" Notfallplan. Aber wo? Wissenschaftsverlag, klar. Das kann ich....auf Schlau tun, dat läuft. Und welcher Bereich? Lektorat, is doch logisch. Alles andere kann ich ja nicht. Marketing, oder so....um Gottes Willen....hab ich BWL studiert. Pfui. Now then, it's settled. Ich werde Lektor. Na also. So Schwer ist das doch gar nicht. Neuer Plan, neues Glück. Jetzt werden erst mal die Bewerbungsunterlagen gepimpt. Alles rein, was toll, vielseitig und schlau ist. Hui, ganz schön viel...Respekt Monsieur B., wir haben da aber schon so einiges gemacht. Die Personaler werden vor uns auf die Knie gehen."..........BÄÄÄM: Entschuldigung, Denkpolizei. Sie haben da gerade einen groben Fehler begangen. Bewerbungen in den Medien, noch im Verlagswesen gar und auch noch auf ein Praktikum. Wie süß....da wartet keiner.....KEINER. Nach Milliarden Bewerbungen und Jahrtausenden Wartezeit und einem Ego das in 'ne Streichholzschachtel passt, Zack, eine Email in Benes Postfach...."Vielen Dank für ihre Bewerbung, aber leider müssen wir Ihnen...." liest Bene schon vor seinem inneren Auge, doch Nein, "...ihre Bewerbung, leider können wir ihnen kein Praktikum im Lektorat Anbieten. Wenn sie allerdings ebenfalls an dem Bereich Rechte und Lizenzen Interesse haben sollten, könnten wir Ihnen ein 6 monatiges Praktikum anbieten." WHAT....Rechte und Lizenzen....Kann die gute Frau nicht Lesen? Das kann ich doch gar nicht. Hab ich Jura studiert.....neee, lass mal....Next one...mal googlen...langweilig, langweilig....Rechte....langweilig, langweilig....Lizenzen....langweilig....hmmmm Rechte und Lizenzen....hmmm....vielleicht...also, mal gaaanz hypothetisch....kann ich ja nun noch so gar nicht....denkdenkdenk....könnte ich halt auch viel lernen....hmmm....vielleicht doch? Is aber in Göttingen....Göttingen....Niedersachsen....oha....Kassel is schon so komisch....aber...is schon auch mal ne andere Stadt....Ach komm....open yourself, free your mind....Berwerbungsgespräch geht schonmal. Und dann sehen wir mal weiter. Da kommt bestimmt noch das total coole und hippe Angebot aus Berlin oder so....und dann ist Göttingen eh raus....."
Die Karmapolizei hatte da offensichtlich anderes vor....
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